Basisausbildung in Existenzanalyse und Logotherapie
Vertiefung für die seelsorgerliche Praxis
Im September 2026 startet eine neue Kursgruppe zur berufsbegleitenden Basisausbildung in Existenzanalyse. Diese Ausbildung bildet ein theoretisches, methodisches und persönliches Fundament für alle, die ihre seelsorgerliche Haltung durch eine existenzielle Tiefendimension erweitern möchten. Sie kann nahtlos mit dem darauf aufbauenden Lehrgang in existenzanalytischer Beratung, Begleitung und Logotherapie fortgesetzt werden. Dessen Abschluss wird von der Schweizerischen Gesellschaft für Beratung (SGfB) anerkannt und berechtigt zur Höheren Fachprüfung als «Beraterin bzw. Berater im Psychosozialen Bereich mit eidgenössischem Diplom».
Relevanz für die Seelsorge
Die Existenzanalyse bietet Seelsorgenden im Gefängniswesen und in der Kirche wertvolle Impulse, die auf den Psychiater Viktor Frankl zurückgehen. In der Auseinandersetzung mit suizidgefährdeten Menschen entwickelte er ein dialogisches Menschenbild, das zu einem persönlichen «Ja zum Leben» hin begleitet – auch und gerade in Grenzsituationen. Frankl differenziert dabei drei Wege der Sinnfindung:
- Das schöpferische Tun: Werte durch Arbeit und Tätigsein verwirklichen.
- Das erlebende Empfangen: Werte durch Liebe, Kunst oder Natur erfahren.
- Die Einstellungsleistung: Die Fähigkeit, zu unvermeidbarem Leid (wie chronischen Krankheiten, unlösbaren Konflikten oder Gefangenschaft) eine tragfähige, innere Haltung einzunehmen.
Frankl hat diese Haltung nicht nur gelehrt, sondern als Häftling im Konzentrationslager existenziell durchlebt, wie er eindrücklich im Buch «…trotzdem Ja zum Leben sagen» beschreibt.
Der Arzt, Psychologe und Psychotherapeut Alfried Längle hat seit den 1980er-Jahren Frankls Logotherapie durch das Modell der vier Grundmotivationen weiterentwickelt und theoretisch fundiert. Dieses Modell entfaltet zentrale seelsorgerliche Themen – wie Vertrauenkönnen, das Annehmen von Realität, das Finden von Werten und das Handeln in Verantwortung – auf einer allgemein menschlichen Ebene. Dank ihrer ausgesprochen dialogischen und phänomenologischen Grundhaltung lässt sich die Methode der Existenzanalyse unmittelbar und bereichernd in konkrete seelsorgerliche Gespräche integrieren.
Weitere Informationen zur Basisausbildung: https://existenzanalyse.ch/bildungsangebot/basislehrgang-existenzanalyse
Weitere Angebote zum Kennenlernen
Wenn Sie zunächst in die Existenzanalyse «hineinschnuppern» möchten, empfehlen wir folgende Anlässe:
Kongress der GLE-International: «Es gibt doch (noch) Hoffnung?!», Freitag bis Sonntag, 1.–3. Mai 2026; Lindau (D) – Teilnahme vor Ort oder online und auch tageweise möglich; Highlight: Ein umfassendes Symposium zu «Spiritual Care» (nur vor Ort).; www.glekongressinternational.org
Werkstatt der GES: «KI und psychische Gesundheit: Wenn das Gegenüber kein Mensch mehr ist.», Samstag, 28. November 2026, 1o: wird noch bekannt gegeben
Für detaillierte Auskünfte steht Ihnen Emanuel Weber, Theologe, Psychotherapeut und ehem. Gefängnisseelsorgers sowie Co-Präsident der Gesellschaft für Existenzanalyse und Logotherapie Schweiz (GES), gerne zur Verfügung. emanuel.weber@existenzanalyse.ch; www.existenzanalyse.ch


