Macht und Ohnmacht im Knast. Bericht von der 70. Alpenländer-Tagung

70. Alpenländer-Tagung im Kloster Bethanien in St. Niklausen OW
GefängnisseelsorgerInnen aus der Schweiz, aus Österreich und aus Bayern trafen sich vom 23. bis zum 26. Juni zur 70. Alpenländer Tagung im Gästehaus des Klosters Bethanien in St. Niklausen bei Kerns

Generalversammlung 2025

Die Generalversammlung 2025 findet im Rahmen der Alpenländertagung statt.

Donnerstag, 26. Juni 2025, 9.00 Uhr
im Gästehaus Bethanien.

Die Einladung mit den Traktanden geht den Mitgliedern fristgerecht zu und wird auf dieser Seite veröffentlicht.

Hier finden Sie das Protokoll der GV am 7. März 2024: PDF Protokoll

Hier sind die Traktanden als PDF zum Download: Traktanden GV 2025

Traktanden

  1. Begrüssung
  2. Abnahme der Traktandenordnung
  3. Wahl der Stimmenzähler
  4. Protokoll vom 7. März 2024
  5. Jahresbericht Vorstand
  6. Kassa- und Revisionsbericht
  7. Aufnahme von Neumitgliedern
  8. Bericht Studienleitung SSMV
  9. Bericht aus der Romandie
  10. Berichte aus der Versammlung
  11. Feedback zur Alpenländertagung
  12. Termin für nächste GV 2026

Alpenländertagung

70. Ökumenische Alpenländertagung für Gefängnisseelsorgende von Bayern, Österreich und der Schweiz

Kontakt

Für Fragen zur Anmeldung:
Thorsten Bunz
Tel. +41 76 488 95 15
thorsten.bunz@gefaengnisseelsorge.ch

Für Fragen zur Tagung:
Alfredo Díez
Tel. +41 79 347 96 00
alfredo.diez@gefaengnisseelsorge.ch

Tagungsort

Gästehaus Kloster Bethanien

Das Gästehaus Kloster Bethanien liegt in St. Niklausen/OW auf einer idyllischen Hochebene 800 m ü.M. Diese Lage bietet eine einzigartige Rundsicht über den Sarnersee und in die Obwaldner Berge. Das Haus gehört zum Kloster der Dominikanerinnen von Bethanien und befindet sich in rund 20-minütiger Gehdistanz zum Flüeli-Ranft, dem Wirkungsort des heiligen Bruder Klaus.

Bethanienstrasse 3
CH-6066 St. Niklausen OW

www.haus-bethanien.ch

Beim genauen Hinschauen begegnet uns in der Gefängnisseelsorge (Ohn-)Macht beinahe auf Schritt und Tritt. Fachpersonen werfen für und mit uns von ihrem beruflichen Hintergrund aus drei Schlaglichter auf das facettenreiche Thema.

Bei der Tat spielen Macht- und Ohnmachtserfahrungen eine grosse Rolle, manchmal ganz augenfällig, bisweilen im Hintergrund und das sowohl auf der Seite des Täters oder der Täterin (aktuell und auch in der Vergangenheit liegend) wie auch in vielen Fällen auf der Seite des Opfers. 

Im Gefängnis erleben Inhaftierte die Macht der Justiz und der darin agierenden Personen: Richterinnen und Staatsanwälte, Gefängnisleitende, Aufseherinnen und Aufseher… während sich bei ihnen selbst Gefühle der Ohnmacht breit machen können. Das Personal seinerseits ist in eine Hierachie eingebunden und oftmals bilden sich auch unter inhaftierten Personen Machtgefälle aus.

Am verborgensten ist Macht in der Seelsorge. Wir begegnen Menschen in schwierigen Lebensphasen, inhaftierte Personen sind bei uns mehr als Verdächtige*r/Verurteilte*r/Täter*in, sie öffnen sich uns in vielen Fällen mit ihrer ganzen Lebensgeschichte und zeigen sich von ihrer verletzlichen und vielleicht sogar verletzten Seite. Sind wir uns unserer Machtstellung im Rahmen der seelsorglichen Beziehung nicht bewusst und gehen unverantwortlich damit um, hat das verheerende Folgen.

Mit Unterstützung durch:

Ev.-Reformierte Kirche Schweiz, Ref. Kirche Aargau, Kath. Kirche Appenzell Ausserrhoden, Kath. Kirche Appenzell Innerrhoden, Ev.-reformierte Kirche des Kantons Basel-Landschaft, Röm.-Kath. Landeskirche Basel, Röm.-Kath. Landeskirche des Kantons Bern,  Ref. und Kath. Kirche Luzern, Ref. und Kath. Kirche Nidwalden, Kath. Kirche Obwalden, Ref. und Kath. Kirche St. Gallen, Ref. und Kath. Kirche Zürich, Kath. Kirche Zug


Programm

Montag, 23. Juni

Anreise und Einchecken (ab 13:00 Uhr möglich)

17:00      Begrüssung und feierliche Eröffnung
Pfr. Alfredo Díez, Präsident Schweiz. Verein für Gefängnisseelsorge
Mgr. Dr. Joseph Maria Bonnemain, Bischof von Chur
Catherine Berger, Vizepräsidentin Ev.-reformierte Kirche Schweiz
Alois Vogler,  Präsident Kirchgemeindeverband Obwalden
Mario Kunz, Gefängnisseelsorge Bayern
Mag. Alexandra Keisler-Dité, Gefängnisseelsorge Österreich
Andreas Beerli, Gefängnisseelsorge Schweiz

18:30 Festliches Abendessen
mit musikalischer Unterhaltung

Dienstag, 24. Juni

7:30 Morgenfeier

8:00 bis 8:45  Frühstück

9:00 Die Tat als Macht– und Ohnmachtserfahrung
Univ.-Prof. Dr. med. Reinhard Haller, Facharzt für Psychiatrie und Neurologie, Psychotherapeut und  Gerichtsgutachter

Präsentation von Reinhard Haller als PDF.

Kaffeepause, anschliessend Vertiefung des Referats

12:00 Mittagessen

14:00 Macht– und Ohnmachtsgefüge im Justizvollzug
Nathalie Dorn, Direktorin Untersuchungsgefängnisse Zürich, Sozialarbeiterin FH, MAS Systemische Beratung & Leadership

Präsentation von Nathalie Dorn als PDF.

Kaffeepause, anschliessend Vertiefung des Referats

spontan ergänztes Thema:
16:30 Vorstellung Info-Bus in Zürich
Ivana Mehr, Fachstelle extramural

Präsentation von Ivana Mehr als PDF.

18:30 Abendessen

Mittwoch, 25. Juni

7:30 Morgenfeier

8:00 bis 8:45  Frühstück

9:00 Macht und Risiken für Machtmissbrauch in der Seelsorge
Dr. Stefan Loppacher, Leiter der Dienststelle Missbrauch im kirchlichen Kontext der Römisch-katholischen Kirche der Schweiz und Co-Leitung der Fachstelle Machtraum

Kaffeepause, anschliessend Vertiefung des Referats

12:00 Mittagessen

13:15 Start Nachmittagsprogramm
Führung in der JVA Grosshof, Luzern

Ausflug nach Luzern

19:00 Luzern, Bahnhofquai
Sonnenuntergang-Schifffahrt auf dem Vierwaldstättersee
inklusive Nachtessen

23:00 Rückkehr zum Gästehaus

Donnerstag, 26. Juni

7:00 Frühstück, anschliessend Auschecken und Zimmerabgabe

8:00 Nationalkonferenzen / Generalversammlungen

10:00 Wanderung zur Ranftschlucht
spirituelle Feier in der unteren Ranft-Kapelle

12:30 Mittagessen

anschliessend Verabschiedung

Familien-Mobil vor der Pöschwies

30 Meter vor dem Eingang der Justizvollzugsanstalt Pöschwies in Regensdorf steht ein alter Wohnanhänger. Er gehört zum Pilotprojekt «Familien-Mobil», welches sich an Angehörige von Gefängnisinsassen richtet. Vor oder nach dem Besuch des Inhaftierten können die Angehörigen vorbeigehen und das Gespräch suchen.

Getragen wird das Angebot von der Fachstelle «ExtraMural» und dem «team72». Das Pilotprojekt läuft von Juli bis Ende Oktober 2024. Danach wird entschieden, ob das «Familien-Mobil» auch weiterhin vor dem Gefängnis in Regensdorf präsent sein soll.

Wohnwagen als «Familien-Mobil» vor der Pöschwies.

Medienberichte

Beitrag auf ref.ch

Audio-Beitrag auf Radio Life Channel