Freude und Freiheit leben

Hans Walter Goll gibt einen Einblick in die wunderbare Region des Lac de Joux/Risoud(Jura)

In seinem Gefängnisalltag hilft dem Seelsorger die Logotherapie Viktor Frankls. In diesem Buch gibt es dazu passenden Bilder aus der Westschweiz.

Entdecken Sie die aussergewöhnliche jurassische Landschaft rund um den Lac de Joux. Mit Menschen, die ihr Schicksal beherzt in die Hand genommen und die Höhenregion am Rande der grossen Verkehrsadern geprägt haben. Diesseits und jenseits des Risoud, des grosszügigen Waldgebietes, durch den die schweizerisch-französische Grenze verläuft.

Mit Auszügen aus dem Tagebuch von Edith Goldapper, einer jungen Wiener Jüdin, die 1943 über den Risoud in die Schweiz flüchten konnte. Sie gehörte zu den «Kindern von La Hille».

Das Buch erläutert auch die Logotherapie Viktor Frankls und bietet im ersten Teil viele spirituelle und logotherapeutische Besinnungen und Meditationen.

Der Autor, Hans Walter Goll, ist u.a. Seelsorger in einer Justizvollzugsanstalt und logotherapeutischer Berater (nach Viktor F. Frankl), (NDS HF). Er hat zwei historische Bücher zum Widerstand im Dritten Reich, der Judenverfolgung und zur eigenen Familiengeschichte geschrieben.

erhältlich direkt beim Autor: E-Mail

Lieber tot als verwahrt – Ich bin pädophil

Autobiografie eines Verwahrten. Strafvollzug und Verwahrung in der Schweiz. Kampf um ein gerechtes Verfahren.

Ich bin pädophil. Ich habe schwere Fehler begangen und mich schuldig gemacht – wie ist es dazu gekommen? Eine pädophile Veranlagung sucht sich niemand aus – das Leben damit ist eine Herausforderung.

Beschreibung

Autobiografie von Romano Schäfer

Romano Schäfer ist pädophil.
Als gut Dreissigjähriger schlug er den falschen Weg ein, als er sich auf sexuelle Beziehungen mit Minderjährigen einliess. Das war verheerend: in erster Linie natürlich für die betroffenen Jungen, aber auch für ihn selbst, indem er mit den Konsequenzen seines Tuns bis zu seinem Tod wird leben müssen. Denn er ist verwahrt worden – allerdings nicht wegen der Übergriffe, für die er zu 35 Monaten Haft verurteilt wurde, sondern, Jahre später, wegen des Downloadens von illegalem Bildmaterial.

Der unter sehr harten Bedingungen aufgewachsene Romano Schäfer hat seine sexuelle Veranlagung, die ihn den Wunsch verspüren lässt, sexuelle Nähe zu Kindern/Jugendlichen zu erleben, nicht selbst gewählt. Und dem inneren Konflikt zwischen Wunsch und Verzicht war er nicht gewachsen. Doch niemand darf auf seine Taten reduziert werden. Ein Mensch ist ein Mensch ist ein Mensch.

Romano Schäfer ist eine Kämpfernatur. Deshalb wehrt er sich mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln für einen menschenrechtskonformen Umgang mit Strafgefangenen und insbesondere auch mit verwahrten Menschen. Sein Fall ist vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte EGMR in Strasbourg hängig.

Johanna Krapf hat mit Romano Schäfer lange Diskussionen geführt, die im Buch wiedergegeben sind. Der forensische Psychiater Frank Urbaniok hat einen Artikel zum Thema des Therapierens von Straftätern beigesteuert.

Ein zweiter Schwerpunkt des Buches ist die Verwahrung.

Muslimische Seelsorge im Gefängnis

Anita Hintermann vor dem Untersuchungsgefängnis Solothurn
Anita Hintermann vor dem Untersuchungsgefängnis Solothurn

Pfarrerin Anita Hintermann begleitet Insassen in den Solothurner Gefängnissen. Seit ein paar Wochen arbeitet auch ein Imam in ihrem Seelsorge-Team. Der Kanton bietet im Rahmen eines Projekts muslimische Gefängnisseelsorge an.

Eine Reportage.

Anita Hintermann arbeitet hinter Gefängnismauern. Als Seelsorgerin erhält sie Einblick in schwierige und teils dramatische Geschichten. «Die Anliegen und Probleme der Insassen unterscheiden sich von der normalen Seelsorge», sagt die Leiterin der ökumenischen Gefängnisseelsorge Kanton Solothurn. In den Untersuchungsgefängnissen in Olten und Solothurn gehe es um Fragen wie: wer hilft meiner Frau mit den Kindern? Ganz anders im Hochsicherheitsgefängnis, der Justizvollzugsanstalt in Deitingen, wo die Verurteilten mehrere Jahre bleiben. «Ich habe dort viel mehr mit psychischen Abstürzen und Demotivationen zu tun», sagt Anita Hintermann.

Auch Muslime im Gefängnis begleiten

Die Pfarrerin besucht die Insassen in den drei Institutionen einmal pro Woche. Die Gefängnisseelsorge wird in Zusammenarbeit zwischen dem Kanton und den Landeskirchen angeboten. Am 1. Februar 2023 ist dieses Angebot im Rahmen eines Projekts ausgeweitet worden. Neu werden nicht nur christliche, sondern auch muslimische Gläubige im Gefängnis begleitet. Das sei wichtig und das Bedürfnis gross, betont Anita Hintermann: «In der muslimischen Kultur ist die Seelsorge eine Aufgabe der Familie. Wenn muslimische Gläubige im Gefängnis landen, sind sie komplett abgeschnitten». Sie als Christin könne den Muslimen zum Beispiel bei Fragen rund um den Ramadan oder das Freitagsgebet zu wenig helfen.

Darum besucht ein Imam nun jede zweite Woche die drei Gefängnis-Standorte und steht den Insassen zur Verfügung. Seine Arbeit unterscheide sich nicht von der christlichen Gefängnisseelsorge, so Anita Hintermann: «Er führt Gespräche, fängt auf, ist für die Leute da.» Dazu gehört auch, das Gefängnispersonal bei Fragen rund um den Islam zu schulen.

Erfahrungen sammeln für ein künftiges Angebot

Der Imam der albanisch-islamischen Glaubensgemeinschaft in Zuchwil, der über eine Zusatzausbildung der Universität Fribourg in muslimischer Seelsorge verfügt, arbeitet zu 20 Prozent für den Kanton. Finanziert wird das Projekt mit Bundesgeldern aus dem «Nationalen Aktionsplan zur Verhinderung und Bekämpfung von Radikalisierung und gewälttätigem Extremismus». Bis im Sommer 2024 will man praktische Erfahrungen sammeln. Danach zeigt sich, ob und wie eine ständige muslimische Gefängnisseelsorge im Kanton umgesetzt werden soll.

Anita Hintermann hält Koran in der Hand
Anita Hintermann mit einem Koran

Diese Reportage ist im Newsletter DDInside des Kantons Solothurn erschienen. Original-Link: https://so.ch/verwaltung/departement-des-innern/departementssekretariat/newsletter-ddinside/archiv/ddinside-02-2023/muslimische-seelsorge-im-gefaengnis/