Generalversammlung / Jahrestagung

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Protokoll der GV am 9. März 2023

Protokoll der Generalversammlung
Donnerstag, 9. März 2023, 9.00 Uhr

Paulusakademie Zürich

 

Präsidium: Alfredo Díez

Protokoll: Thorsten Bunz

 

Anwesend: Kornelius Politzky, Maria Fuchs Keller, Fred Grob, Hans Peter Leiser, Robert Baumgartner, Abdullah Esoti, Christian Leutenegger, Birgit Schmidhalter, Gregor Ettlin, Dinah Hess, Samuel Buser, Mark Schwyter, Ursula Wyss, Eveline Gutzwiller, Peter Solenthaler, Stephan Brunner, Andreas Rade, David Kneubühler, Patricia Machill, Martin Gossauer, Klaus Geiger-Feller, Roger Volken, Markus Giger, Carola Jost, Andreas Beerli, Maik Becker, Yves Dawans, Hans Hüppi, Markus Bläsi, Kaspar Junker, Andreas Gäumann, Hans-Peter Schuler, Christoph Rottler, Frank Stüfen, Placido Rebelo, Thorsten Bunz, Alfredo Diez.

Entschuldigt: Ingo Bäcker, Greta Nania, Denise Canal, Bettina Wiesendanger, Marek Slaby, Anita Hintermann.

Begrüssung

Alfredo Diez begrüsst die Anwesenden zur Generalversammlung. Er erwähnt, dass wir dank der guten Beziehungen, die Andreas Beerli zur Paulusakademie hat, wieder hier zu Gast sein dürfen.

 

Csongor Kozma, Direktor der Paulusakademie, richtet ein Grusswort an die Versammlung. Er betont, dass die Paulusakademie als Institution von der Katholischen Kirche unterstützt wird und die Themen der Kirche auch ihre Themen sind. So ist unter anderem die Gefängnisseelsorge ein besonderes Anliegen.

 

Alfredo Diez begrüsst besonders Yves Dawans, der aus Genf anreisen wird, und Yves Kneubühler, der aus Moutier angereist ist.

In Absprache mit den Kolleginnen und Kollegen aus der Romandie wurde beschlossen, dass die zweisprachigen Jahrestagungen zukünftig nur noch alle 3 Jahre stattfinden werden. Dies darum, weil der Aufwand und die Kosten für die Simultanübersetzung recht hoch sind und die Teilnahme der Romands sehr abgenommen hat. Die Einladung geht trotzdem an alle, alle sind herzlich willkommen.
Die alle 3 Jahre stattfindende bilinguale Jahrestagung wird in der Region Bern stattfinden.

Aus der Romandie war bislang Eric Imseng im Vorstand des Vereins. Nach seiner Pensionierung ist er nun ausgeschieden. Wir schlagen heute Yves Dawans zur Nachfolge vor.

1.  Traktandenordnung

Die Traktanden der GV sind im Flyer zur Jahrestagung abgedruckt und wurden allen auf diesem Wege fristgerecht zugestellt. Änderungswünsche gibt es keine.

2.  Wahl der Stimmenzähler

Als Stimmenzähler stellen sich Christian Leutenegger zur Verfügung.

             Wahl: per Akklamation bestätigt.

Anwesend sind 37 stimmberechtige Mitglieder. Absolutes Mehr: 19.

3.  Protokoll der GV vom 10. März 2022

Das Protokoll der GV vom 10. März 2022 wurde fristgerecht auf der Webseite aufgeschaltet. Es wird nicht mehr gedruckt. Fragen oder Einwände gibt es keine. Alfredo Diez dankt Thorsten Bunz für die Verfassung des Protokolls.

4.  Jahresbericht des Vorstandes

Alfredo Diéz berichtet über die Arbeit des Vorstands, der seit der Pandemie die Sitzungen 5-6 Mal im Jahr per Zoom abhält und sich zusätzlich zu einer ganztägigen Retraite trifft.

Ein wichtiges Thema ist jeweils die Jahrestagung (Themenfindung, Organisation).

Wir führen eine Mitgliederliste, ca. 80% der Gefängnisseelsorgenden sind Mitglied im Verein. Wichtiger Hinweis: Wir sind auf Mutationsmeldungen bei Stellenwechsel angewiesen. Wir werden nicht von irgendeiner Stelle automatisch informiert.

Regelmässig beantwortet der Vorstand Medienanfragen. National ist der Verein die Institution, die zu Gefängnis-Themen angesprochen wird. Alfredo verweist auf den aktuellen Fall eines Suizids mit Exit in Haft im Kanton Zug.

Seit drei Jahren sind wir daran, Minimalstandards zur Gefängnisseelsorge bei der Anstaltsdirektorenkonferenz absegnen zu lassen. Im Rahmen des letzten Forums Justizvollzugs konnte hier ein guter Schritt vorangegangen werden. Nach der Vernehmlassung sind wir nun zu einer Expertenrunde eingeladen. Die Minimalstandards umfassen die Rahmenbedingungen der Gefängnisseelsorge, eine Art softlaw-paper, das bei Problemen Handreichung sein könnte.

Der Verein stellt beim SKJV in Fribourg den Unterricht ‚Gefängnisseelsorge‘ sicher. In franz. Sprache sind hier Mendez Reichenbach und Michel Schadt tätig, in Deutsch Alfredo Diéz.

Der Vorstand pflegt Kontakt zu den Regionalkonferenzen und besucht diese.

Zudem bietet der Vorstand einen Support, wenn es Probleme vor Ort gibt. Wir versuchen zu unterstützen und zu vermitteln, bieten allenfalls auch Vermittlung zu einer Supervision.

Wir bieten für neu in die Gefängnisseelsorge Einsteigende eine Einführung an. Dies in Zusammenarbeit mit der Studienleitung SSMV.

Der Vorstand arbeitet eng mit dem Verlag der Zeitschrift für Gefängnisseelsorge zusammen, die von Frank Stüfen und Christof Rottler initiiert und geführt wird. Zum Beispiel wurde zum Thema ‚Assistierter Suizid‘ sehr schnell ein Positionspapier verfasst.

Wichtig ist auch die Vernetzungsarbeit. Ein Beispiel dafür ist die Teilnahme an der nationalen Tagung ‚Forum Justizvollzug‘ unter der Trägerschaft des SJKV Fribourg. Ein Video-Zusammenschnitt zeigt, welche grosse Bühne die Gefängnisseelsorge zum Thema Dynamische Sicherheit bekommen hat.

Ebenfalls geschieht Vernetzungsarbeit durch die alle 2 Jahre stattfindende Resoz-Tagung, eine vom Team72 organisierte Tagung für alle, die in der Resozialisierungsarbeit tätig sind. Andreas Beerli stellt das Thema für 2023 vor. Der Verein ist hier Kooperationspartner. Es ist sehr gut, dass die Gefängnisseelsorge auch in diesem Bereich wahrgenommen wird.

Internationale Vernetzung geschieht mit der Alpenländertagung, zu der die Gefängnisseelsorgenden der deutschsprachigen Nachbarn zusammenkommen. Im 2025 wird diese Tagung in der Schweiz sein.

International gibt es mit der IPCA einen europäischen ökumenischen Verbund. Hier ist Frank Stüfen unser offizieller Vertreter. Die ICCPPC ist eine NGO der UNO. Bei der ICCPPC ist Placido Rebelo unser Vertreter. Er berichtet kurz von der nächsten Konferenz. Ein Thema wird die Armut in Gefängnissen sein. Nicht in allen Ländern gibt es beispielsweise drei Mahlzeiten pro Tag für die Inhaftierten.

Frank Stüfen ergänzt zum IPCA, der weltweiten ökumenischen Gefängnisseelsorge-Organisation. Nachdem aufgrund von Corona im 2020 keine Tagung stattfinden konnte, stand IPCA in rechtlich schwieriger Situation, da kein neuer Vorstand gewählt werden konnte. Der stattdessen eingesetzt Steering-convent lehnt praktisch jedes Engagement ab. Praktisch findet keine Arbeit mehr statt. Aufgrund dieser Situation hat Frank Stüfen sein Mandat niedergelegt.

Alfredo Diez stellt noch die Gefängnisseelsorge in Deutschland vor, die konfessionell getrennt organisiert ist. Auch dazu sind wir regelmässig eingeladen.

Ein Anliegen ist es uns auch, auf der Webseite aktuelle Artikel und Anlässe im Zusammenhang mit der Gefängnisseelsorge zu präsentieren. Hierzu sind wir auch auf Hinweise und Texte von allen angewiesen: schickt uns etwas, wenn Ihr denkt, es kann auf die Seite passen.

Ein neues Projekt ist die Angehörigenarbeit. Im Kanton Zürich hat es einen Kickoff-Event gegeben, um Menschen zu unterstützen, nach einer Ausschaffung in ihrem Heimatland wieder Fuss zu fassen.

 

Der Jahresbericht wird ohne Gegenstimme angenommen.

5.  Kassen– und Revisionsbericht

Thorsten Bunz stellt den Kassenbericht vor. Das Vereinsvermögen konnte auch im vergangenen Jahr etwas erhöht werden. Dies ist mit Blick auf die Alpenländertagung 2025 sehr gut, da diese neben dem Arbeitsaufwand auch kostspielig sein wird.

Die Gesamtrechnung schliesst mit einem Einnahmenüberschuss in Höhe von CHF 2.669,15. Das Vereinsguthaben beträgt per 31.12.2022 CHF 12.528,23.

 

Rückfragen zur Rechnung gibt es keine.

 

Roger Volken verliest den Revisorenbericht:

Die Revisoren Bettina Wiesendanger und Roger Volken haben die Rechnung geprüft. Sie stellen fest, dass die Bilanzen übereinstimmen, die Rechnungsführung den Statuten entspricht. Die Buchhaltung ist ordnungsgemäss und übersichtlich geführt.

Die Revisoren beantragen die Entlastung.

 

Die Rechnung wird EINSTIMMIG genehmigt und der Vorstand entlastet.

6.  Aufnahme von Neumitgliedern

Neu aufgenommen werden folgende Personen: 

-     Maik Becker

-     Yves Dawans

-     Martin Gossauer

-     Klaus Geiger-Feller

-     Abdullah Esati

-     Maria Chiara Fasanti

-     Hans Walter Goll

-     David Kneubühler

-     Christian Weber

Die Antragstellerinnen und der Antragsteller stellen sich der Versammlung vor. Einwände gibt es keine.

Abstimmung: Es werden alle EINSTIMMIG aufgenommen.

7.  Wahl eines neuen Vorstandsmitglieds

Alfredo Diez verabschiedet Eric Imseng, der pensioniert wurde, und bereits heute nicht mehr dabei ist. Ausserdem Maria Fuchs Keller, die aus der Vorstandsarbeit zurücktritt. Sie hat in den vergangenen Jahren die Kasse geführt.

 

Der Vorstand schlägt zur Mitarbeit im Vorstand Yves Dawans vor.

 

Wahl:  Yves Dawans

             EINSTIMMIG gewählt

 

Aus der Versammlung wird keine weitere Person vorgeschlagen.

8.  Bericht Studienleitung SSMV

Der Studienleiter SSMV, Frank Stüfen, berichtet von der aktuellen Situation. Neu können Interessierte ohne theol. Studienabschluss aufgenommen werden (Rabbiner, Imame). Es ist spannend, wenn unterschiedliche Religionsgemeinschaften zusammenkommen.

Frank Stüfen weist auf die aktuelle Webseite hin, die nach ihrem Relaunch sehr unerfreulich katastrophal aussieht – eine Meinung, die breit vertreten ist.

Frank Stüfen stellt noch die Inhalte der diesjährigen Module vor. Die Kurse können grundsätzlich auch interessant sein für Seelsorgende, die nicht (mehr) in der Ausbildung sind.  

9.  Berichte aus der Versammlung

Maria Fuchs Keller berichtet, dass der Verein multireligiöse Begleitung BE Seelsorgehelferinnen und Seelsorgehelfer ausbildet. Wenn diese dann Besuche im Gefängnis machen, bekommen sie dafür Fr. 100.- Maria fragt an, ob wir das für angemessen halten. Dabei geht es ihr auch um unsere Qualitätsstandards ebenso wie um den Schutz der Profession.

10.    Termin der nächsten Jahresversammlung

Vorschlag: Donnerstag, 7. März 2024, Paulusakademie Zürich

 

Andreas Beerli fragt an, ob es im Rahmen der GV 2024 Interesse daran gäbe, das Gefängnis Zürich West anzuschauen. Dies ist das modernste Gefängnis, das auch Interesse im europäischen Ausland weckt. Die Umfrage zeigt ein vorhandenes Interesse.

11.    Internationale Konferenzen

Zu den entsprechenden Konferenzen und Fachtagungen, die auch im Jahresbericht erwähnt wurden, liegen Flyer auf.

 

             Varia

Andreas Beerli weist nochmal auf das Positionspapier zum Thema ‚Assistierter Suizid im Strafvollzug‘ hin. Es kommen jetzt Anfragen der Presse zum aktuellen Fall in Bostadel ZG. Dieser Suizid hat ausserhalb der Anstalt stattgefunden.

Frank Stüfen weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Verwahrung nicht Grund für den assistierten Suizid sein kann. Die Presse hat dies bereits jetzt falsch berichtet.

Der Kanton Solothurn hat in seine Justizvollzugsverordnung aufgenommen, Assistierter Suizid sei möglich, wenn der Vollzugsverlaufbericht und die Therapieberichte geprüft worden seien. Auch darum ist es wichtig, dass im Positionspapier auf die bestehenden Richtlinien zum assistierten Suizid hingewiesen wird, nach denen dieser nur möglich ist, wenn eine unheilbare Krankheit vorliegt. Das subjektive enorme Leiden ist nicht Grund für die Bewilligung. Es wäre dann Mord auf Verlangen.

 

Das SKJV hat eine Veröffentlichung zum assistierten Suizid herausgegeben, woraufhin das Konkordat hat ein Merkblatt erstellt hat, wo Richtlinien zur Durchführung des assistierten Suizids aufgeführt sind: Beides mit höchst schwierigen Positionen.

 

 

Alfredo Diéz bedankt sich für die Informationen und den Austausch.

Die GV ist damit geschlossen.

 

 

Schluss der Versammlung: 10.30 Uhr