Wechsel in der Studienleitung des CAS Seelsorge im Straf- und Massnahmenvollzug SSMV
Dr. Frank Stüfen verabschiedet sich
«Im November 2015 wurde mir die Ehre zuteil, die Gefängnisseelsorgeausbildung an der Universität Bern als Studienleiter zu verantworten. Die meisten kannten die Ausbildung noch als Nachdiplomstudium zur Gefängnisseelsorge, die Dr. h.c. Willi Nafzger über viele Jahre hinweg geleitet hatte. Nach der Veränderung zu einem CAS Seelsorge im Straf- und Massnahmenvollzug unter meinem Vorgänger, dem ebenfalls hochgeschätzten Seelsorger und Forensiker Samuel Buser, ging die Leitung in meine Hände.
Für mich waren es mehrere Schwerpunkte, die meine Arbeit geleitet haben: Die Ausbildung zu verschlanken, sie noch praxisorientierter zu machen und den Kollegen und Kolleginnen, die nicht zu den beiden Landeskirchen gehören, die Möglichkeit zu eröffnen, die Ausbildung als Gefängnisseelsorger:in zu absolvieren.
Mit diesen drei Schwerpunkten verbunden war ein ständiger Prozess, die Ausbildung anzupassen und wenn möglich weiterzuentwickeln.
Eine deutliche Verschlankung gelang 2021 als das neue Weiterbildungsreglement in Kraft trat, ebenfalls zu dieser Zeit wurde es möglich, Menschen aus anderen religiösen Gemeinschaften «sur Dossier» aufzunehmen. Seitdem gab es im CAS SSMV buddhistische, hinduistische, jüdische, christlich orthodoxe und muslimische Seelsorgende und solche aus der Heilsarmee, die an den Modulen teilnahmen und den CAS auch abschliessen konnten, wenn ihnen daran gelegen war.
Die Praxisorientierung zeigte sich vor allem in Modulen, in denen Fälle bearbeitet wurden und in der Wahl der Referierenden, die häufig aus dem Strafvollzug kamen. Mein Dank dafür, dass dieser permanente Prozess möglich war, geht an die Mitglieder der Programmleitung der AWS und an ihre Präsidentin Isabelle Noth.»
Frank Stüfen beim Aufbau der „Fachbibliothek Strafvollzug & Seelsorge»
Dr. Andreas Gäumann – der neue Studienleiter
Andreas Gäumann, der aus dem St. Galler Rheintal stammt, schloss das Theologiestudium und das Vikariat in Zürich-Fluntern direkt nach der Matura ab und arbeitete eine kirchengeschichtliche Dissertation aus. Berufsbegleitend absolvierte er 2004-2006 ein Nachdiplomstudium «Wirtschaft» mit Schwerpunkt Marketing ab.
Seit 1999 arbeitet Andreas Gäumann im Jobsharing mit seiner Frau, Pfrn. Sabine Gäumann-Grass, als Gemeindepfarrer. Seine beruflichen Stationen waren die evangelischen Kirchgemeinden Glarus-Riedern, Steckborn und Arbon. 2024 wechselte er als Pfarrer nach Bad Ragaz-Pfäfers – ebenfalls im Jobsharing.
Die dank der Stellenteilung freien Kapazitäten setzte Andreas Gäumann für das Präsidium einer grösseren Spitex-Organisation und der Geschäftsprüfungskommission der Synode der Thurgauer Kirche ein. Im Jahr 2020 fand Andreas Gäumann in der Gefängnisseelsorge einen neuen Schwerpunkt. Zunächst wirkte er im Massnahmenzentrum Kalchrain und im Kantonalgefängnis Frauenfeld. Inzwischen ist er im Auftrag der St. Galler Kantonalkirche zuständig für die Seelsorge im Regionalgefängnis Altstätten und in der Strafanstalt Saxerriet; sein aktuelles Pensum beträgt 35%. Ausserdem engagiert sich der Ragazer Pfarrer im Vorstand des Schweizerischen Vereins für Gefängnisseelsorge. Dort betreut er die Webseite und die Adressverwaltung.
Seine Hobbys sind Zeit mit Freunden und Familie verbringen, Reisen, Velofahren und Zeitungen lesen.



